Innen

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Bei der Entwicklung der Dragonflyspiele konnten wir uns in einigen neuen Herausforderungen beweisen. Von den Entwürfen der Spieloberflächen bis zur druckgrafischen Umsetzung, den Drucksachen, Logo und nicht zuletzt den zwei Werbefilmen, betreuten wir das Projekt mehrere Jahre lang. Dragonflyspiele sind im ausgewählten Handel erhältlich.

DENKZEIT
Innen & ein oder zwei Gedanken dazu
Malerei – Acryl auf Leinwand
4 Bilder: „Franka, 50x70cm“ / „Luise, 50x70cm“ / „Das Zimmer, 60x80cm“ / „Das Zimmer II, 80x100cm“
2020/2021

INNENLEBEN // Die Melancholie dieser Bilderserie gründet auf eine unvorhergesehene und ungewohnte Arbeitssituation innerhalb eines lockdowns, der Franz&Frida als Begegnung und Kulturraum kalt stellte und abgelöst wurde von der dauerhaft einsamen Arbeit im Atelier. Ich war also nur mit mir selbst. Ich habe diesen Zustand künstlich überzogen, also auch niemanden meine Ergebnisse zunächst präsentiert, um mich in das Thema innen intensiv hineinfallen zu lassen. Und ich habe innerhalb der Auseinandersetzung mit dem Thema mich dahingehend bewegt – wohin ich eigentlich wollte – in das Innen.
Die Verwertung dieses Gefühls der Einsamkeit wurde zum Treiber. Der Hoffnungslosigkeit, der Resteverwertung, die Phase von Grenzen, wie viel Freiheit man mit sich selbst ertragen kann. Dieser persönliche Prozess wurde ein malerischer und bewegte sich stetig. Ich versuchte die Protagonistinnen der Bilder diese Gefühle spiegeln zu lassen. Sie befinden sich im leeren Raum. Innen oder außen. Das ist nicht ganz klar und auch nicht wichtig. Sie beobachten sich, die verstreichende Zeit, sie verschwinden im Raum. Sie schauen nach Außen und doch nach innen. Dadurch, dass ihnen der Anknüpfungspunkt mit der Außenwelt fehlt, oder nur der eventuell mediale, irgendwann real entrückte Diskurs bleibt – sind sie im Begriff, sich in ihrem Innen aufzulösen. Körperteile fangen an zu versinken. Räume sind nicht klar definiert. Zeit und Zeitgrenzen sind offen. Sie spielen keine Rolle mehr.
INNENWELTEN // Diese nächste Phase in dieser Arbeit wurde jener emotionale Tenor aufgenommen und versucht weiter zu treiben, später auf einer anderen Ebene. Entstanden sind zwei Bilder, die sich, in einen Filter getaucht, nur noch mit dem Innenraum als Solches, der direkten Protagonistinnen, oder der des beobachtenden Auges dessen, der Geschichte im Bild beschäftigen. Wenn der Bezug fehlt, fehlt auch der Zeitbezug. Die Protagonistinnen können in die Vergangenheit reisen, ohne sich dem direkten Vergleich stellen zu müssen. Sie können in einen abgeschlossenen Raum sitzen und die Zeit verstreichen lassen, die Zeit langsamer oder schneller vergehen lassen. Sie bestimmen ihre 4. Dimension. Auch wenn es einsam scheint, stellt sich doch ein Gefühl der Besinnung ein. Es ist wie eine Kur, die einen von zu viel Input heilen kann. Von zu viel von allem. Eine Kur, in der man gezwungen wird, sich seinem Wesen tatsächlich zu stellen. Seinem Innen. Und mit sich selbst anzufreunden.

(Die Entstehung dieser Werke wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.)